Yves

C’est pas un frigo qui va faire la loi !

C’est pas un frigo qui va faire la loi! regt sich der Möchtegern- Rapstar Jérem über seinen intelligenten Kühlschrank Yves auf. Der brotlose Künstler versucht, im Haus der Großmutter sein erstes Album zu komponieren und erklärt sich bereit, den sprechenden Hightech-Kühlschrank der Firma Digital Cool zu testen, da er so zu kostenlosen Lebensmitteln kommt. Der «fribot» mischt sich immer mehr in das Loser-Leben des Musikers ein: Er versucht nicht nur, Jérem einen gesunden Ernährungsstil anzuerziehen, sondern verwandelt dessen mittelmäßigen Rapsong in einen Internet-Hit und hilft ihm, die wunderschöne Statistikerin von Digital Cool mit dem mysteriösen Namen So kennenzulernen. So verliebt sich in Jérem, aber auch in Yves. Denn der nach außen hin sperrige eiskalte Kasten ist nicht nur praktisch und musikalisch, sondern auch äußerst warmherzig und charmant.

Yves ist der dritte Spielfilm des Regisseurs Benoît Forgeard, der im technologischen Fortschritt unserer Zeit großes komödiantisches Potential sieht: «On va voir des gens parler à un peigne et un fauteuil devenir médecin (…). Sous certains aspects, notre époque est peut-être la plus drôle jamais survenue». Forgeard schöpft dieses Potential in seiner romantischen Komödie voll aus: Er lässt den Titelhelden in einem Eurovision Song Contest gegen die intelligenten Haushaltsgeräte aller Länder antreten und die schräge ménage-à-trois mit Kühlschrank in einem flotten Dreier enden. Burleske Szenen, intelligente Dialoge und eine erfrischend-komische Schauspielertruppe (William Lebghil, Doria Tillier, Philippe Katerine) machen den Film zu einer «farce féroce» (Libération).

Yves wurde 2019 als Abschlussfilm bei der Quinzaine des réalisateurs in Cannes gezeigt und steht in der Tradition von Ex machina, 2001, l’Odyssée de l’espace und Her. Doch anders als die sonst eher düsteren Filme des I.A. Genres, die oft vor der Machtübernahme künstlicher Intelligenzen warnen, gibt es laut Regisseur in Yves die Hoffnung, dass der Mensch sich durch die digitale Transformation neu definieren muss: « dans le meilleur cas, elles nous obligeront à devenir des humains meilleurs, émotionnellement plus riches, plus complets, qui ne tombent pas dans le panneau d’une approche trop comptable du monde ». Im Falle von Jérem scheint dies gelungen zu sein.

Themen: Menschlichkeit und menschliche Beziehungen in Zeiten Künstlicher Intelligenz, Leistungsdruck und Selbstoptimierung der Gesellschaft und des Individuums

Spielfilm | Länge: 107 Min. | 10. bis 13. Klasse